Bedienung der Computermaus mit der Nase – „Nouse“ statt Mouse

31. August 2005

In diesem Artikel stellen wir ein System vor, bei dem die Steuerung des Cursors auf dem Computerbildschirm mit Hilfe der menschlichen Nase geschieht. Kanadische Forscher haben das Verfahren der „Nouse“ entwickelt, bei dem die Bewegung der Nase von Kameras aufgenommen und dann in eine entsprechende Bewegung des Cursors √ľbersetzt wird. Vor allem f√ľr behinderte Menschen soll dadurch eine M√∂glichkeit geschaffen werden mit Computern zu arbeiten.

Funktionsprinzip

Die Idee der „Nouse“ („Nouse as Mouse“) besteht darin, visuelle Hinweise des Benutzers – wie die Bewegung der Nase – zu nutzen, um ein Computerprogramm zu kontrollieren. Die √ľblichen Eingabeger√§te Maus oder Tastatur werden durch ein Interface ersetzt, das Informationen ohne die Benutzung der H√§nde aufnehmen kann.

Zu Beginn des Arbeitens am Computer wird von einer Kamera eine Aufnahme des Benutzers gemacht, um seine Nase in einem feinen Pixelraster festzuhalten. Diese Raster lassen sich auch nach einer Bewegung leicht wiederfinden, so dass die Positionsveränderung der Nase exakt registriert werden kann.
Mit Hilfe von USB-Kameras wird die jeweilige Position der Nase auf Video aufgezeichnet und zum Computer weitergeleitet. Dort werden die Daten dann in eine Position des Cursors auf dem Bildschirm umgewandelt. Mathematisch bedeutet dies, dass die Position der Nase im dreidimensionalen Raum mittels einer kontinuierlichen Funktion eindeutig in die Position des Cursors auf dem zweidimensionalen Bildschirm √ľbersetzt wird.

Zus√§tzlich zur Bewegung des Cursors gibt es f√ľr den Benutzer auch die M√∂glichkeit eines bin√§ren (Auswahl-)kommandos. Der Benutzer gibt – entsprechend eines rechten oder linken Mausklicks – Kommandos √ľber das Blinzeln mit dem rechten oder dem linken Auge. Durch wiederholtes Blinzeln kann der Benutzer die „Nouse“ ein- oder ausschalten. Au√üerdem soll es m√∂glich sein durch dreimaliges Blinzeln, zwischen verschiedenen Fenstern auf dem Bildschirm hin und her zu springen. Dass das System ein zuf√§lliges Blinzeln f√§lschlicherweise als Befehl interpretiert, kann laut den Entwicklern durch das mehrfache Blinzeln vermieden werden.

Vorteile der Nase

Die Idee einer Steuerung des Cursors mittels Gesicht-Tracking ist nicht vollkommen neu. √Ąhnliche Ans√§tze gibt es auch schon mit dem Mund oder den Augenbrauen als Tracking-Punkte. Nach Meinung der Entwickler der „Nouse“ besitzt die Nase allerdings entscheidende Vorteile gegen√ľber anderen Punkten des menschlichen Gesichts: Durch ihre nach au√üen gew√∂lbte Form und die exponierte Lage im menschlichen Gesicht, l√§sst sich die Bewegung der Nase und insbesondere die Bewegung der Nasenspitze besonders leicht verfolgen. Die Identifizierung der Nase gelingt auch bei einer Drehung des Kopfes und ist au√üerdem relativ unabh√§ngig vom Gesichtsausdruck des Benutzers.

Anwendungsmöglichkeiten

Als sinnvollen und realistischen Anwendungsbereich f√ľr das System der „Nouse“ sehen die Entwickler vor allem die Hilfe f√ľr Menschen mit Behinderungen. Sie k√∂nnten damit in die Lage versetzt werden, auch ohne die Benutzung der H√§nde am Computer zu arbeiten. Au√üerdem g√§be es vielf√§ltige weitere Anwendungsm√∂glichkeiten in der √úberwachung oder Unterhaltung, wenn die „Nouse“ als Erg√§nzung zur Tastatur eingesetzt wird.

Allerdings gibt es einen nicht ganz unwesentlichen Kritikpunkt an der „Nouse“: Die Benutzung der „Nouse“ sieht f√ľr Au√üenstehende ziemlich l√§cherlich aus. Aus diesem Grund gehen Technologieexperten davon aus, dass sich die „Nouse“ nur sehr eingeschr√§nkt durchsetzen wird.

Weitere Informationen zum Thema „Nouse“ finden sich unter Homepage von „perceptual-vision“. Dort k√∂nnen auch Demo-Software und Spiele kostenlos heruntergeladen werden.

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