Onlineapotheken – eine gute Idee?

5. Februar 2007

Die Ergebnisse der Umfrage zum Thema Onlineapotheken zeigen deutliche Bedenken von potentiellen Kunden gegenĂĽber dem Einkauf von Medikamenten ĂĽber das Internet. Als wichtigster Grund wird von einer groĂźen Mehrheit der Umfrageteilnehmer ĂĽbereinstimmend die fehlende Beratung und Information durch Fachpersonal benannt.

Etwa die Hälfte der Teilnehmer an der Umfrage zum Thema „Onlineapotheke“ war bereits auf den Webseiten einer Onlineapotheke und hat sich das Produktangebot angesehen. Allerdings haben lediglich 20% der befragten Personen tatsächlich Medikamente im Internet gekauft. Hier zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen dem grundsätzlichen Interesse an Onlineapotheken und ihrer praktischen Nutzung.

Warum werden Onlineapotheken nicht genutzt?

Die potentiellen Nutzer von Onlineapotheken benennen vielfältige Bedenken gegenĂĽber dem Einkauf von Medikamenten im Internet. Dazu zählen beispielsweise das komplizierte „Einlösen von Rezepten“, die fehlende sofortige „VerfĂĽgbarkeit“ von Produkten und der „undurchsichtige Bestellvorgang“.

Die oben beschriebenen Bedenken werden jeweils von einem Teil der befragten Personen benannt. Daneben gibt es aber ein Argument gegen die Nutzung von Onlineapotheken, das bei fast allen Umfrageteilnehmern gleichermaĂźen auftaucht: Die „fehlende Beratung“ durch Fachpersonal.

Beratung durch Fachpersonal

Beim Kauf von Medikamenten sind den Kunden Informationen über das Produkt, seine Wirkung, die korrekte Einnahme, mögliche Neben- und Wechselwirkungen und alternative Produkte wichtig. Diese Auskünfte können sie in der Vor-Ort-Apotheke im direkten Gespräch mit dem Apotheker erhalten. Deshalb sieht eine überwiegende Mehrheit der Umfrageteilnehmer in der Beratung durch Fachpersonal den entscheidenden Unterschied zwischen Apotheken und anderen Läden.

Von Onlineapotheken wird dieses Informations- und Beratungsbedürfnis der Benutzer höchst unzureichend wahrgenommen. Zum einen stellen Onlineapotheken ihren Kunden nur lückenhafte Informationen über Medikamente und ihre Wirkung zur Verfügung. Zum anderen bemängeln die potentiellen Kunden fehlende Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und Beratung durch Fachpersonal (z. B. per Email oder Telefon), um die offenen Fragen zu klären.

Dieses Informations- und Beratungsdefizit führt bei den Teilnehmern der Umfrage zu Zweifeln an Seriosität, Sicherheit und Qualität von Onlineapotheken. Ihnen fehlt das notwendige Vertrauen, dass sie zu Apotheke und Apotheker um die Ecke haben. Eine ganze Reihe von Umfrageteilnehmern lehnt aus diesem Grund das Einkaufen von Medikamenten im Internet grundsätzlich ab.

Im Folgenden können Sie sich einen Überblick über die Beantwortung der einzelnen Fragen verschaffen:

Frage 1: Waren Sie schon einmal auf den Webseiten einer Internetapotheke?

Datenbasis (N) = 29
Ja = 15 (51,72%)
Nein = 14 (48,28%)

Frage 1

Frage 2: Haben Sie schon einmal Medikamente im Internet gekauft?

Datenbasis (N) = 29
Ja = 6 (20,69%)
Nein = 23 (79,31%)

Frage 2

Zusatz zu Frage 2: Wenn nein, warum nicht?

(Mehrfachnennungen möglich)

Fehlende Beratung = 17 (73,91%)
Fehlende Sicherheit = 9 (39,13%)
Unseriöser Eindruck = 7 (30,43%)
Undurchsichtiger Bestellvorgang = 6 (26,09%)
Produktangebot = 3 (13,04%)

GrĂĽnde, die jeweils nur einmal benannt wurden:
kein Bedarf, Onlineapotheke bisher unbekannt

Zusatz zu Frage 2

Frage 3: Was finden Sie gut bzw. schlecht an der Möglichkeit, Medikamente über das Internet einzukaufen?

(Zusammenfassung der Kommentare)

Gut Schlecht
Schnell Fehlende Beratung durch Fachpersonal
Ortsunabhängiger Einkauf Fehlende Sicherheit
Zeitunabhängiger Einkauf Eingeschränktes Leistungsspektrum verglichen mit Vor-Ort-Apotheken
Große Produktauswahl Verdrängung von Vor-Ort-Apotheken
GĂĽnstige Preise Wartezeiten bis zur Lieferung der Medikamente
Vergleichbarkeit der Preise Unklare Qualität
Angebot alternativer Medikamente Fehlendes Vertrauen
Offener Wettbewerb Fehlende Informationen ĂĽber die Produkte/Beipackzettel
Anonyme Bestellung Komplizierte Einlösung von Rezepten

Frage 4: Können Sie sich vorstellen, sämtliche Medikamente im Internet zu kaufen?

Datenbasis (N) = 28
Ja = 9 (32,14%)
Nein = 19 (67,86%)

Frage 4

Zusatz zu Frage 4: Wenn nein, warum nicht?

(Zusammenfassung der Kommentare)

Fehlende Beratung durch Fachpersonal
Keine Herstellung individueller Rezepturen
Keine sofortige VerfĂĽgbarkeit von Notfallmedikamenten
Fehlendes Vertrauen in die Qualität
Kein persönliches Vertrauensverhältnis
Keine Hinweise auf alternative Produkte
Angst vor der Einnahme falscher Produkte
Umständliche Bestellung bei rezeptpflichtigen Medikamenten

Frage 5: Wodurch sollte sich Ihrer Meinung nach eine gute Onlineapotheke auszeichnen?

(Zusammenfassung der Kommentare)

Seriosität
Gute Beratung durch Fachpersonal
Einfacher Bestellvorgang
Persönliche Ansprechpartner
Viele Wege der zeitnahen Kontaktaufnahme (z. B. Email, Kontaktformulare, Telefon)
Unaufgeforderte Hinweise auf Probleme/Besonderheiten von Medikamenten
Umfangreiche Produktinformationen
Qualitätsgarantie
Suchmaschine fĂĽr Medikamente
GĂĽnstige Preise
Durchsichtige Abläufe
Schnelle Lieferung
Gute Onlineapotheken gibt es nicht

Frage 6: Demographische Daten

(Freiwillige Angaben)

Durchschnittsalter: 33,4 Jahre
Beruf: (nach Häufigkeit sortiert) Student, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Angestellter, Rentner…

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