Beschriftung von Icons und Symbolen

18. MĂ€rz 2005

Icons beziehungsweise Symbole sollten beschriftet sein, es sein denn, dass ihre Bedeutung offensichtlich und fĂŒr die vorgesehenen Benutzer klar verstĂ€ndlich sind.

ErlÀuterung

Die wenigsten Icons oder Symbole sind eindeutig verstÀndlich.

Wahrscheinlich werden sich die meisten Computernutzer einig sein, dass eine abgebildete Schere „Ausschneiden“ und eine Diskette „Speichern“ bedeutet. Dies wurde mit der Zeit gelernt. Aber was ist, wenn ein jugendlicher ComputeranfĂ€nger das erste Mal diese Icons sieht? Wird er im Zeitalter der CDs die 1,4 MB Diskette ĂŒberhaupt erkennen? Und damit dann das Speichern seiner Daten (in der Regel auf Festplatte) verbinden? Wohl nicht. Noch offensichtlicher ist das „Erkennungsproblem“ bei Individualsoftware. Wie sieht zum Beispiel das Icon aus, das die „Änderung einer Inanspruchnahme“ fĂŒr alle eindeutig symbolisiert?

Eine oft favorisierte Lösung sind die so genannten „Tool-Tipps“. Doch auch sie helfen nicht, den Makel einer mangelnden Beschriftung aufzuwiegen, denn: der Tool-Tipp ist erst lesbar, wenn man mit der Maus darĂŒber fĂ€hrt. Kaum zumutbar bei mehreren Icons.

Darum: Verwenden Sie lieber mehr KreativitÀt in die sinnvolle Beschriftung, als in das graphische Design von eindeutigen Symbolen oder Icons.

Beispiel

Bitte raten Sie, welches dieser Symbole fĂŒr „Diskussion“ steht:

Beispiel 01

Es ist das in der Mitte!

Hier ein Fall, in dem Beschriftung hilft:

Beispiel 2

Leserbriefe

Obwohl der Stern, vielleicht nicht „von Natur aus“ fĂŒr „Favoriten“ steht, wird man durch die Beschriftung mit der Zeit lernen, dass er die Favoritenliste aktiviert.

Sie weisen sehr richtig darauf hin, dass z.B. „Diskette“ nur schwierig als „speichern“ (und zwar meistens eben nicht auf Diskette) zu erkennen ist, wenn man dies Symbol nicht gelernt hat.

Ein interessanter Aspekt der Icon-Beschriftung ist ein sprachlicher, den man sich immer wieder bei Beschriftungen klar machen muss: Icons sind fast immer GegenstĂ€nde, sprachlich also Substantive, wĂ€hrend das, was zu tun ist ja eine Handlung darstellt, also sprachlich ein Verb ist. Das interessante am selbsterklĂ€renden Icon, das vielleicht ohne Beschriftung auskommen könnte, ist also ein (intersubjektives) Bild fĂŒr ein Verb zu finden. Einfaches gelungenes Beispiel ist das Verkehrszeichen Überholverbot. Leider sind die Handlungen am Computer meistens erheblich komplexer …

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