Internetnutzer scannen im F-Muster

1. Juni 2006

In einer gro├čen Blickbewegungsuntersuchung konnte gezeigt werden, dass Internetbenutzer Webseiten sehr h├Ąufig F-f├Ârmig scannen. Diese Ergebnisse beinhalten laut Jakob Nielsen einige Implikationen f├╝r die Gestaltung von Texten im Internet: Bereits in den ersten beiden Abs├Ątze m├╝ssen die wichtigsten Informationen zusammengefasst werden. Au├čerdem sollten ├ťberschriften, Aufz├Ąhlungen und Texte stets mit informationshaltigen W├Ârtern am linken Rand beginnen.
(Zusammenfassung der Kolumne von Jakob Nielsen)

In einer gro├čen Eyetracking-Studie der Nielsen Norman Group mit tausenden unterschiedlichen Webseiten und Aufgaben konnte ein domiantes Lesemuster f├╝r Internetseiten herausgearbeitet werden. Benutzer lesen – oder besser scannen – Webseiten h├Ąufig innerhalb von wenigen Sekunden und in einem F-f├Ârmigen Muster.

Das F-Muster

Das F-Muster beim Lesen von Webseiten besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten:
Benutzer lesen zuerst in einer horizontalen Bewegung, normalerweise ├╝ber den oberen Teil des Inhaltsbereichs hinweg. Diese Bewegung bildet den oberen Strich des F’s.
Als n├Ąchstes bewegen sich die Blicke ein wenig die Seite hinunter und lesen dann in einer zweiten horizontalen Bewegung quer ├╝ber die Seite. Dabei ist die Spanne typischerweise etwas k├╝rzer als bei der vorherigen horizontalen Bewegung. Diese Bewegung markiert den unteren Strich des F┬┤s.
Schlie├člich scannen die Benutzer am linken Rand der Webseiteninhalte in einer vertikalen Bewegung nach unten. Dieses letzte Element ist der Stamm des F’s.

Zweifelsohne besteht das Lesemuster von Internetbenutzern nicht in jedem Fall exakt aus diesen drei Teilen. Manchmal lesen Benutzer auch ├╝ber einen dritten Teil des Textes hinweg, wodurch das Lesemuster eher die Form eines E’s annimmt. Oder die Benutzer scannen nur einmal quer ├╝ber die Inhalte, so dass das Muster wie ein umgedrehtes L aussieht.

Schreiben von Texten f├╝r das Internet

Aus den Ergebnissen zum F-f├Ârmigen Leseverhalten von Internetnutzern lassen sich einige Ratschl├Ąge f├╝r die Gestaltung von Webinhalten ableiten:

Die ersten beiden Paragraphen eines Textes m├╝ssen bereits die wichtigsten Informationen enthalten. Es besteht zumindest eine gewisse Hoffnung, dass Benutzer diese Inhalte scannen werden. Wobei viele Benutzer anscheinend den ersten Paragraphen genauer lesen als den zweiten Paragraphen.

├ťberschriften, Paragraphen und Aufz├Ąhlungen sollten mit informationshaltigen W├Ârtern beginnen. Diese Anfangsw├Ârter werden von Benutzern eher wahrgenommen, wenn sie auf der linken Seite der Inhalte hinunterscannen (= F-Stamm). Benutzer lesen bereits das dritte Wort einer Zeile sehr viel weniger h├Ąufig als die ersten beiden W├Ârter.

Quelle: J. Nielsen’s Alertbox

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