Videotelefonie: Ich sehe was, was du nicht siehst und das bist du.

15. Juni 2006

Die Ergebnisse der letzten „Frage des Monats“ zeigen, dass Videotelefonie aktuell von nur sehr wenigen Personen genutzt wird. Viele Umfrageteilnehmer sehen sowohl Vorteile als auch Nachteile der Videotelefonie. Die potentiellen Nutzer von Videotelefonie benennen verschiedenste private und berufliche Situationen in denen die Technik f√ľr sie pers√∂nlich sinnvoll einsetzbar w√§re. Die Umfrage zeigt aber auch, dass eine gro√üe Skepsis gegen√ľber Videotelefonie besteht.

Videotelefonie wird kaum genutzt

Die allerwenigsten Teilnehmer der Umfrage nutzen bereits heute die angebotenen M√∂glichkeiten der Videotelefonie. Gleichzeitig sind die meisten befragten Personen eher skeptisch, ob sie pers√∂nlich √ľberhaupt Videotelefonie einsetzen w√ľrden. Fast 85% der Umfrageteilnehmer geben an, dass sie selbst Videotelefonie lediglich „manchmal“ oder sogar „nie“ nutzen w√ľrden.

Vorteile und Nachteile der Videotelefonie

Vorteile der Videotelefonie werden von den Umfrageteilnehmern vor allem darin gesehen, dass die „Stimmung des Gespr√§chspartners in der Mimik sichtbar“ wird. Daneben sehen viele der Befragten au√üerdem den Vorzug einer „Einsetzbarkeit der Gestik“ w√§hrend eines Gespr√§chs.

Neben den Vorteilen sehen aber fast alle Teilnehmer der Umfrage verschiedene Nachteile beim Einsatz von Videotelefonie. Insbesondere sind hier zu nennen, eine „√∂rtliche Gebundenheit an die Kamera“, die Gefahr einer „st√§rkeren gegenseitigen √úberwachung der Gespr√§chspartner“ sowie ein „Eindringen in die Privatsph√§re“ des Gespr√§chspartners.

Wann ist Videotelefonie sinnvoll einsetzbar?

Auf die Frage nach konkreten Situationen, in denen die Umfrageteilnehmer pers√∂nlich von Videotelefonie profitieren w√ľrden, werden sowohl private als auch berufliche Situationen benannt:

Im privaten Bereich wird vor allem der Vorteil angegeben, dass intensivere „Kontakte mit Freunden und Verwandten“ gepflegt werden k√∂nnten. Insbesondere dann, wenn man sich „f√ľr eine l√§ngere Zeit nicht pers√∂nlich treffen“ k√∂nne. Beispielsweise schreibt eine Person, dass sie durch Videotelefonie ihre Verwandten am „Aufwachsen der Tochter teilhaben lassen“ k√∂nne. Au√üerdem w√§re es durch Videotelefonie denkbar, dem Gegen√ľber in Gespr√§chen „Dinge und Orte direkt zu zeigen“. Gleichzeitig er√∂ffnet Videotelefonie nach Meinung der Befragten au√üerdem die M√∂glichkeit, einer anderen Person „hinterher zu spionieren“ und sie zu „bewachen“.

Im beruflichen Bereich wird Videotelefonie von vielen der befragten Personen vor allem in den folgenden Situationen als vorteilhaft eingesch√§tzt. Etwa bei „Lernprozesse in Gruppen“, beispielsweise wenn eine „Vorlesung per Video √ľbertragen“ wird. Au√üerdem sei Videotelefonie eine sinnvolle Technik f√ľr „Videokonferenzen, Verhandlungen oder Produktpr√§sentationen“. Dabei wird von Teilnehmern der Umfrage auch an dieser Stelle wieder besonders hervorgehoben, dass dem „Gespr√§chspartner Gegenst√§nde gezeigt werden k√∂nnen und [es m√∂glich ist] gleichzeitig √ľber sie zu sprechen“.

Skepsis gegen√ľber der praktischen Umsetzung

Was muss eine praktische Umsetzung von Videotelefonie leisten, damit sie von Ihnen genutzt wird? – Hier erwarten die Teilnehmer der Umfrage in jedem Fall eine „√úbereinstimmung von Bild und Ton“, eine „Wahlm√∂glichkeit f√ľr Bild ja oder nein“, eine „√úbertragung ohne Zeitverz√∂gerung“ und eine „gute Bildqualit√§t“. Insbesondere bei dieser Frage tritt eine gro√üe Skepsis der potentiellen Nutzer gegen√ľber der praktischen Umsetzung von Videotelefonie deutlich zu Tage. Mehrere Umfrageteilnehmer √§u√üeren generelle Zweifel, ob ihre praktischen Anspr√ľche an Videotelefonie momentan oder in naher Zukunft erf√ľllt werden k√∂nnten.

Gleichzeitig zeigen sich die potentiellen Benutzer nicht bereit, viel Geld f√ľr Videotelefonie auszugeben. Eine Umfrageteilnehmerin schreibt dazu, dass ihr „Videotelefonie einfach nicht wichtig genug“ sei. Fast 40% der Personen geben an, „gar nichts“ f√ľr Videotelefonie bezahlen zu wollen. Weitere 40% w√ľrden bis zu 49 ‚ā¨ f√ľr die M√∂glichkeit der Videotelefonie investieren.

Im Folgenden k√∂nnen Sie sich einen √úberblick √ľber die Beantwortung der einzelnen Fragen verschaffen:

Frage 1: Nutzen Sie aktuell Videotelefonie?

Datenbasis (N) = 31

Mailprogramm auf meinem Computer = 37 (78,72%)
Online, auf der Webseite des Anbieters = 8 (17,02%)

Verwaltungsarten, die einmal benannt wurden:
Mozilla Thunderbird; Opera Mail

Frage 1

Frage 2: Wie h√§ufig w√ľrden Sie pers√∂nlich Videotelefonie einsetzen?

Datenbasis (N) = 31

Immer = 1 (3,23%)
Häufig = 4 (12,9%)
Manchmal = 22 (70,97%)
Nie = 4 (12,9%)

Frage 2

Frage 3: Worin bestehen ihrer Meinung nach Vorteile von Videotelefonie gegen√ľber dem herk√∂mmlichen Telefonieren?
(Mehrfachnennungen möglich)

Datenbasis (N) = 31

Stimmung in Mimik sichtbar = 22 (40%)
Einsetzbarkeit der Gestik = 18 (32,73%)
Nat√ľrlichere Gespr√§chssituation = 9 (16,36%)

Vorteile, die einmal benannt wurden:
Umgebung sichtbar; Fotoersatz; Bild machen vom Gesprächspartner bei erster Kontaktaufnahme; Arbeit in virtuellen Teams erleichtert; Dinge zeigen, die Gegenstand des Gesprächs sind; Verwandte können Tochter heranwachsen sehen

Frage 3

Frage 4: Worin bestehen ihrer Meinung nach Nachteile von Videotelefonie gegen√ľber dem herk√∂mmlichen Telefonieren?
(Mehrfachnennungen möglich)

Datenbasis (N) = 31

Eindringen in die Privatsphäre = 20 (32,79%)
√Ėrtliche Gebundenheit an die Kamera = 20 (32,79%)
Stärkere Überwachung der Gesprächspartner = 17 (27,87%)

Nachteile, die einmal benannt wurden:
geringe Verbreitung; gehemmtere Gesprächssituation; verzögertes Bild; man kann nicht nebenbei was anderes machen, was den anderen nichts angeht, das Gespräch aber nicht belastet

Frage 4

Frage 5: In welchen konkreten Situationen können Sie persönlich von Videotelefonie profitieren?
(Zusammenfassung der Kommentare)

  • Videokonferenzen, Verhandlungen, Produktpr√§sentationen
  • Lernprozesse in Gruppen (z. B. Vorlesungen per Video √ľbertragen)
  • Gespr√§chspartner einen Gegenstand zeigen und dar√ľber sprechen
  • private Kontakte mit Menschen, die man l√§nger nicht sehen kann
  • Gespr√§chspartner den aktuellen Standort zeigen (z. B. Urlaub, Event, Interessantes)
  • Freunde bewachen/ ihnen hinterher spionieren
  • f√ľr Taubstumme
  • ich w√ľsste keine

Frage 6: Was muss eine praktische Umsetzung von Videotelefonie leisten, damit sie von Ihnen genutzt wird?
(Mehrfachnennungen möglich)

Datenbasis (N) = 31

√úbereinstimmung von Bild und Ton = 26 (23,21%)
Wahlm√∂glichkeit f√ľr Bild ja oder nein = 24 (21,43%)
Übertragung ohne Zeitverzögerung = 23 (20,54%)
Gute Bildqualität = 19 (16,96 %)
Internetunabhängige Benutzung = 11 (9,82%)
Transportable Geräte = 7 (6,25%)

Leistungen, die einmal benannt wurden:
gratis; es gibt keine Leistungen, die mich √ľberzeugen w√ľrden

Frage 6

Frage 7: Wie viel Geld sind Sie bereit f√ľr Videotelefonie auszugeben?

Datenbasis (N) = 31

Gar nichts = 12 (38,71%)
1-49 ‚ā¨ = 12 (38,71%)
50-99 ‚ā¨ = 3 (9,68%)
100-149 ‚ā¨ = 4 (12,9%)

Frage 7

Frage 8: Demographische Daten

(Freiwillige Angaben)
Durchschnittsalter: 33,7 Jahre
Beruf: (nach Häufigkeit sortiert) Student, Dozent, Softwareentwickler, Manager…

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