Generation 50plus bucht Reisen nicht online – wegen Usability-Problemen

5. Oktober 2008

Obwohl die kaufkrĂ€ftige Generation 50plus (50+) immer wichtiger fĂŒr die Wirtschaft wird, schaffen es lediglich 26,4% der 50- bis 64-jĂ€hrigen, eine Reise ĂŒber die Online-Portale der sechs großen deutschen Reiseanbieter zu buchen. Dies belegt der „Usability Monitor 2007“ in dem die die Gebrauchstauglichkeit deutscher Reiseportale aus der Sicht der Zielgruppe 50+ untersucht wurde.

Ausgerechnet der Branchenprimus TUI schneidet bei der Untersuchung am schlechtesten ab: “Keiner der Testpersonen gelang es, auf der TUI-Website eine Reise zu buchen”, bilanziert Studienleiter Joachim von Maltzan. Aber auch die anderen Unternehmen FTI, Thomas Cook, Avigo, Alltours und Öger Tours schnitten nicht besonders gut ab. Selbst beim vergleichsweise besten Testteilnehmer – dem TĂŒrkeispezialisten Öger Tours – gelang es lediglich der HĂ€lfte der Testpersonen, eine Reise zu buchen.

Die Ergebnisse der Usability-Untersuchung werfen die Frage auf, warum den Reiseanbietern offenbar nicht bewusst ist, welches GeschĂ€ft ihnen hier entgeht. Denn beispielsweise die Werbebranche hat die “Best Ager” lĂ€ngst fĂŒr sich entdeckt. Immerhin bezieht diese Generation in Deutschland 46% des verfĂŒgbaren Einkommens – und das bei einem Anteil von “nur” 33% an der Gesamtbevölkerung.

Grund fĂŒr das schlechte Abschneiden der Reiseportale ist, dass die Altersgruppe 50+ mit ihren spezifischen Anforderungen und BedĂŒrfnissen bei der Konzeption und Gestaltung von Websites keine BerĂŒcksichtigung findet. Schwer zu verstehen ist außerdem, dass die Reise-Portale an bekannten “Internet-Kinderkrankheiten” wie zu lange Ladezeiten oder Datenverlust beim ‘ZurĂŒck’-Navigieren leiden, die den Testpersonen dann natĂŒrlich negativ aufstoßen.

Anders als bei der jĂŒngeren Generation, die mit dem Internet groß geworden ist und sich an so manchen Makel “gewöhnt” hat, zeigt die Generation 50+ aufgrund ihres ausgeprĂ€gten Bewusstseins fĂŒr Service und QualitĂ€t wenig VerstĂ€ndnis fĂŒr unĂŒbersichtliche Gestaltung und Programmierfehler. BuchungsabbrĂŒche sind hier die unvermeidliche Konsequenz. Genutzt wird das Internet fĂŒr Reisen dann immerhin noch als Informationsmedium. Die Buchung der Reise selbst findet – nach einheitlicher Aussage der Testpersonen – jedoch im ReisebĂŒro statt.

Via: http://www.hunkirchen.de/

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