H√§nde hoch: Wie Selbstbeschreibungsf√§higkeit gepr√ľft werden kann

19. Mai 2005

Selbstbeschreibungsf√§higkeit ist einer der sieben Grunds√§tze der Dialoggestaltung (DIN 9241 10). Die Ber√ľcksichtigung des Grundsatzes im User-Interface-Design soll die intuitive Bedienbarkeit durch Benutzer f√∂rdern. Je besser sich also eine Dialogmaske selbst beschreibt, desto intuitiver erfolgt die Bedienung. Je intuitiver die Bedienung erfolgt, desto effizienter und effektiver kann der Benutzer sein Arbeitsziel erreichen.

Es stellt sich also die Frage: „Wann ist eine Dialogmaske selbstbeschreibend und wann ist sie es nicht?“ oder anders gesagt: „Wie pr√ľfe ich Selbstbeschreibungsf√§higkeit?“

Selbstbeschreibend oder nicht?

Allgemein gesagt, ist Selbstbeschreibungsfähigkeit dann erreicht, wenn der Benutzer
unmittelbar – also ohne Ausprobieren – erkennen kann,

  • welche Eingaben in welchem Format und in welcher Einheit erwartet werden
  • wie und in welcher Reihenfolge die Dialogelemente der Maske bedient werden k√∂nnen
  • welche Aktionen m√∂glich sind, wie sie ausgel√∂st werden und wie der Dialog auf das Ausl√∂sen reagieren wird

Pr√ľfung der Selbstbeschreibungsf√§higkeit

Die Pr√ľfung der Selbstbeschreibungsf√§higkeit erfolgt in drei Schritten und f√ľr jede Dialogmaske einzeln.

1. Schritt: „H√§nde hoch“

Nehmen Sie die H√§nde von Maus und Tastatur. Betrachten Sie die zu pr√ľfende Dialogmaske und beantworten Sie sich folgende Fragen (erweitern Sie den Fragenkatalog bei Bedarf):

  • Kann ich bei Eingabefeldern erkennen, was ich in welchem Format eingeben kann?
  • Kann ich erkennen wie lang die Eingabe maximal sein darf?
  • Ist erkennbar, was thematisch/logisch zusammengeh√∂rt?
  • Was scheint das wichtigste zu sein? Ist das wichtigste oben links positioniert?
  • Ist erkennbar, was Pflichteingaben sind?
  • Welche Aktionen werden mir angeboten?
  • Welche Aktion wird eine Folgemaske oder Untermaske aufrufen?
  • Wird die Aktion die Maske schlie√üen?
  • Wie kann ich die Maske schlie√üen?
  • Wie kann ich auf der Maske navigieren? Sind Unterstriche f√ľr Alt+ Buchstabe vorhanden? Sind diese ggf. mehrfach vergeben?
  • Welche Reihenfolge bei der Navigation mit der Tabulator-Taste (TAB-Folge) ist zu erwarten?

Speziell bei Web-Sites ist zu pr√ľfen:

  • Was ist ein Link?
  • Wo bin ich?
  • Wie navigiere ich woanders hin?
  • Wie navigiere ich innerhalb der Site? (Sprungmarken?)

Notieren Sie sich erkannte Fehler und Erwartungen an das Verhalten des Dialogs.

2. Schritt: Verifizierung

Sie k√∂nnen die H√§nde wieder runter nehmen. Pr√ľfen Sie nun Ihre Erwartungen, indem Sie den Dialog bedienen. Notieren Sie sich zu jeder Erwartung, ob Sie erf√ľllt wurde. Wurde Sie nicht erf√ľllt, beschreiben Sie kurz die Abweichung.

3. Schritt: Ergebnis-Zusammenfassung

Fassen Sie alle gefundenen Fehler und nicht erf√ľllte Erwartungen tabellarisch zusammen. Bew√§hrt hat sich der Aufbau:

Lfd. Nr. | Stichwort | Mangel (Beschreibung) | Verbesserungsvorschlag |

Sollten Sie die Pr√ľfung nicht f√ľr sich, sondern f√ľr andere durchf√ľhren, dann f√ľgen Sie doch einfach noch eine Spalte „Anmerkungen Entwicklung“ f√ľr die Entwicklungsabteilung an. Das macht den Programmierern das Leben leichter. Dort k√∂nnen diese vermerken wie sie mit den Fehlerpunkten umgehen wollen, sie k√∂nnen auf weitere Dokumente referenzieren oder Priorit√§ten zur Fehlerbehebung festlegen.

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