Internet-Portale deutscher St├Ądte nur wenig b├╝rgerorientiert

18. M├Ąrz 2005

Forscher des Fraunhofer-Instituts FIT untersuchten die Benutzerfreundlichkeit und B├╝rgerausrichtung der Internetpr├Ąsenzen von 16 Kommunen. Fazit: Es besteht noch deutlicher Verbesserungsbedarf. Die umfangreiche Studie steht online kostenlos zur Verf├╝gung.

Werden die Internetauftritte der St├Ądte und Gemeinden den Lebenslagen und Anliegen der B├╝rger gerecht? Zum Beispiel beim Umzug in eine neue Stadt? Man kennt das – pl├Âtzlich ist eine Menge zu erledigen: Anmeldung bei der Meldebeh├Ârde, Ummeldung des Pkws, Anmeldung der Tochter in der GrundschuleÔÇŽ und was muss ich eigentlich sonst noch tun? Der Gang zum Rathaus ist unvermeidlich, oder erhalte ich etwa online Hilfe?

Dieser Frage sind die Experten des Usability Kompetenzzentrums am Fraunhofer-Institut f├╝r Angewandte Informationstechnik FIT in der jetzt vorliegenden „eGovernment-Studie 2004 – B├╝rgerorientung kommunaler Internetdienstleistungen in Deutschland“ nachgegangen. Die Studie zeigt exemplarisch, in wieweit die Internetauftritte der St├Ądte heute gebrauchstaugliche Services f├╝r die Verwaltungsaspekte im Falle eines Umzugs bieten.

Daf├╝r wurden sechzehn kommunale Internetauftritte auf ihre Nutzungsqualit├Ąt f├╝r die Lebenslage Umzug ├╝berpr├╝ft: Berlin, Bonn, Bremen, Dortmund, D├╝sseldorf, Erlangen, Essen, Esslingen, Hagen, Hamburg, K├Âln, Magdeburg, N├╝rnberg, Sankt Augustin, Siegburg und Stuttgart.

Das Ergebnis ist ern├╝chternd: Die untersuchten Internetauftritte erf├╝llen die Anforderungen an gebrauchstaugliche Verwaltungsservices zur Bew├Ąltigung eines Umzugs heute nur eingeschr├Ąnkt. Obwohl die notwendigen Funktionen und Informationen gro├čenteils vorhanden sind, k├Ânnen sie meist nur schwer gefunden oder bedient werden. Fast ├╝berall fehlen durchg├Ąngige, auf Lebenslagen ausgerichtete Nutzungskonzepte.

Die 16 untersuchten Internetauftritte erf├╝llen im Durchschnitt lediglich die H├Ąlfte der Anforderungen an den Informations- und Funktionsumfang. Positiv zu verzeichnen ist, dass davon immerhin Dreiviertel leicht zu finden und zu bedienen sind.

Anscheinend wird das Internet von den Kommunalverwaltungen eher als eine Werbe- und Imageplattform f├╝r ihre Stadt angesehen, weniger als ein Serviceportal f├╝r die B├╝rger. Entsprechend informieren die Internetauftritte oft gro├čformatig ├╝ber aktuelle st├Ądtische Ereignisse. Die B├╝rger sind aber in erster Linie daran interessiert, ihre Anliegen so effizient wie m├Âglich abzuwickeln.

„Die St├Ądte und Gemeinden m├╝ssen bei der Gestaltung ihrer Internetauftritte die B├╝rger mit ihren Anliegen ma├čgeblich ber├╝cksichtigen. Nur ein b├╝rgerzentrierter Entwicklungsprozess wird aus den eGovernment-Services in Zukunft gebrauchstaugliche und f├╝r alle verst├Ąndliche Verwaltungsmedien machen“, kommentiert Britta Hofmann, die Leiterin des Usability Kompetenzzentrums, das Untersuchungsergebnis.

Die Studie kann kostenlos herunter geladen werden:
http://www.fit.fraunhofer.de/gebiete/studien_usability_anf1.php3

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